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Buch, Bücher, am Büchersten

Über 570 Buchtipps 
von Arno Udo Pfeiffer

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Jack ist der berühmte Begründer der sog. „Beat-Generation“; der US-amerikanische Autor Jack Kerouac, der in den 1950er Jahren mit dem Roman „On the road“ einen Welterfolg schaffte. Inzwischen ist er verarmt und versoffen und hat geschworen, sich zu Tode zu trinken. Die ehrgeizige  Literaturstudentin Jan will unbedingt seine Biografie schreiben und den Mann, der untergetaucht ist, interviewen. Sie findet den Beatnik tatsächlich, den Zugang zu ihm und – sein volles Vertrauen. Von da an verknüpfen sich die Geschichten der beiden Protagonisten und eine Überraschung folgt der nächsten. Man ist gerührt und geschockt…

 Das ist mitreißend, aberwitzig und äußerst brillant erzählt. Man verflucht die Intriganten, obwohl man selbst sehr gekonnt reingelegt wird. Das ist ganz große Buchkunst, die nachhallt!

Jack

von Anthony McCarten

Diogenes

255 Seiten

Junge Liebe zwischen Trümmern

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27 Geschichten; entstanden von 1910 bis 1947; allesamt noch nie in einem Buch erschienen. Da ist der 17-Jährige, der sich aus der Entfernung in das Mädchen Erna verliebt, aber aus der Nähe ihre Pickel entdeckt, und sich angeekelt von ihr abwendet. Erst viele Jahre später sieht er sie wieder und schämt sich: Sie ist eine makellose Schönheit geworden. Oder der 12-jährige Erwin, der in den Kriegswirren seine Eltern verliert und sich nun eine heile Familie aus Holz schnitzt…

Das ist mal sentimental, mal sarkastisch erzählt, mal federleicht, mal tiefberührend und schwer zu ertragen. Der Aufbau-Verlag macht diese späte  Entdeckung möglich zum 125. Geburtstag des Autors und gewährt damit auch verstörende Blicke in das tragische Leben Falladas.

Junge Liebe zwischen Trümmern

von Hans Fallada

Aufbau

298 Seiten

Das Sündenhaus

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England 1728. Gerade ist der attraktive Leichtfuß Tom Hawkins dem Galgen entkommen, da schlittert der mutige und clevere Mann ins nächste turbulente Abenteuer. Der ehemalige Schatzkanzler der Königin erhält Morddrohungen. Er kennt zu viele königliche Geheimnisse und setzt Ihre Majestät unter Druck, ihm zu helfen. Die schickt Tom, damit er die Sache aus der Welt schafft, ansonsten müsste dessen große Liebe dafür büßen. Der Detektiv wider Willen rutscht in ein düsteres Familiengeheimnis und wird selbst bedroht…

Ein historischer Thriller, der das Flair des 18. Jahrhunderts entfesselt, atmosphärisch dicht, packend wie die beiden Vorgänger, mit feinen Figurenzeichnungen und gehörigen Portion prickelndem, schwarzem Humor.

Das Sündenhaus

von Antonia Hodgson

Knaur

412 Seiten

Menschenfischer

Ein Junge wurde brutal nieder gemetzelt. Der Mord zieht eine der größten Polizeiaktionen der Gegenwart nach sich. Trotz intensiver Bemühungen wird der Täter nicht gefasst. Fünf Jahre später glaubt ein pensionierter Kollege, neue Hinweise entdeckt zu haben. Kommissar Marthaler übernimmt den Fall. Zur gleichen Zeit verschwinden zwei Roma-Jungen. Marthaler entdeckt Zusammenhänge und befürchtet das Schlimmste. Er gerät selbst in Lebensgefahr, weil er Unglaublichem auf die Spur kommt…

Anfangs braucht man etwas Geduld, aber dann spannt Seghers die Nerven seiner LeserInnen bis zum Bersten an, als wollte er ihre Reißfestigkeit testen. Das ist fesselnd, gut geschrieben und sehr viel realistischer als Fitzeks Fälle, zumal Seghers Protagonisten weitaus blutvoller sind.

Menschenfischer

von Jan Seghers

Kindler

429 Seiten

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

London in den späten 1980er Jahren. Frank ist der Inhaber eines Plattenladens. Er liebt Musik über alles und will partout keine CDs ins Sortiment nehmen. Nur in Vinyl steckt Kraft und Leben. Frank findet immer die richtigen Töne: Er weiß genau, welche Musik die Menschen glücklich macht. Nur bei der geheimnisvollen Frau im grünen Mantel, einer blassen, zerbrechlichen Schönheit, versagt er. In ihr hört er nur - Stille…

Ein Roman wie ein Frühlingsgedicht, das die Seele wie ein duftender Windhauch streichelt: Zart, poetisch und magisch mitreißend. Ein charmanter, liebevoller Wohlfühlroman, nach dessen Lektüre man abheben möchte, um die Welt von oben zu betrachten; untermalt von den passenden musikalischen Klängen im Ohr.

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

von Rachel Joyce

Krüger

384 Seiten

Schwert und Krone 2. Der junge Falke

Mitte des 12. Jahrhunderts. In den deutschen Fürstentümern herrscht große Hungersnot. Das Volk ist verzweifelt; die Landesherren tummeln sich in Kriegen, um das Heiligen Land zu erobern und slawische Nachbarn zu unterwerfen. Mit dabei ist der junge Friedrich von Schwaben, der später als Barbarossa bekannt werden wird. Kunigunde von Plötzkau bleibt im Elend zurück und muss sich zudem gegen Angreifer wehren. Während der Kreuzzug scheitert, nimmt die Geschichte um Macht, Intrigen und Liebe ihren rasanten Lauf…

Der 2. Band der geplanten10-teiligen Mittelalter-Saga ist ein facettenreiches und farbenprächtiges Geschichtskino in 3D und Dolby Surround; sensibel erzählt, aktionsreich, sehr lebendig und fein menschelnd.

Schwert und Krone 2. Der junge Falke

von Sabine Ebert

Knaur

639 Seiten

Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

Ein Klassiker neuaufgelegt. Die 1968 verstorbene US-amerikanische Autorin Dorothy Baker hat es verdient, nicht vergessen zu werden. Immerhin wurde ihr Roman 1950 u.a. mit Lauren Bacall und Kirk Douglas verfilmt. -  Im Mittelpunkt steht der weiße Musiker Rick Martin, ein talentierter Trompeter, der sich von unten nach oben arbeitet, zuerst seine Freunde begeistert und bald in allen Clubs und bei Schallplattenproduzenten heiß begehrt ist. Doch der rasante Aufstieg bringt ihn bald zu Fall…

Eine großartig erzählte, mitreißende, melancholische und tragische Geschichte. Ein kluges Buch, das ans Herz geht und noch lange im Kopf nachhallt. Nicht nur für Jazz-Fans eine lohnende Lektüre!

Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

von Dorothy Baker

dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag)

270 Seiten

Zorn. Lodernder Hass

Der Hallenser Kommissar Claudius Zorn, der mit einer schweren Verletzung zu kämpfen hat, nimmt eher zufällig einen jugendlichen „Feuerteufel“ auf frischer Tat fest. Man steckt ihn in eine Selbsthilfegruppe und dort beginnt das Ungemach erst richtig: Ein Mitglied der Therapiegruppe kommt ums Leben, andere werden bedroht. Zorns Kollege, der emsige, dicke Schröder, ermittelt undercover und gerät schließlich selbst in Lebensgefahr…

Das ist kein Krimi. Das ist ein Ereignis! Und zwar das turbulenteste und spannendste, was sich gerade in Mitteldeutschlands Krimiszene abspielt. Zorn und sein Partner Schröder sind kultig-originell. Auch ihr 7. Fall ist packend und witzig und sorgt weiterhin für akute Suchtgefährdung!

Zorn. Lodernder Hass

von Stephan Ludwig

Fischer Taschenbuch

448 Seiten

Die wilde Sophie

Der kleine Prinz Jan hat es nicht leicht mit seinem Vater. Der König des Zipfellandes ist überbesorgt und behütet Sohnemann erdrückend: Damit ihn weder Zugluft noch Mücken schaden, werden u.a. die Fenster zugenagelt. Selbst das große „E“ wird aus der Landessprache verdammt, da es zu sehr einer gefährlichen Gabel ähnelt. Der Junge lebt wie ein Gefangener. Erst die aufgeweckte, wilde Sophie bringt Abwechslung und Abenteuer in sein Leben. Doch Papa König schiebt im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vor…

Eine wundersame und gelungene Geschichte, die kleine Leser kurzweilig unterhält und mehr als ein Lachen ins Gesicht zaubert. Da gibt es einige Überraschungen zu erleben und nach verrückten und bedrohlichen Erlebnissen natürlich - ein Happy End!

Die wilde Sophie

von Lukas Hartmann

Diogenes Verlag

250 Seiten

(Für Kinder ab 7!)

Durst

Auf einer Dating-App werden Frauen Opfer eines brutalen Mörders mit absonderlichem Trinkbedürfnis. Die Mordkommission ist überfordert und ratlos und wendet sich an einen Fachmann für Serienkiller, der sich als Lehrer an eine Polizeischule zurückgezogen hat. Der kantige Ermittler Harry Hole muss bald feststellen, dass der Täter mit dem Morden immer näher kommt und offenbar kein Unbekannter ist…

Die Lektüre ist wie eine Snowboardfahrt. Es geht rasant auf und ab. Manchmal scheint es einen aus der Kurve zu tragen, dicht an einem Abhang vorbei. Unerwartete Überraschungen säumen den Weg, dass einem ganz schwindlig wird. Zuweilen auch übel. Da könnten beim Lesen die Poren schon mal Angstschweiß absondern. Harry-Hole-Fans werden kleine Längen zwischendurch als verdiente Atempausen zu schätzen wissen. Ein Muss für Skandianiven-Krimi-Liebhaber!

Durst

von Jo Nesbö

Ullstein Verlag

620 Seiten

Einige Dinge, die ich über meine Frau weiß

Da ist er wieder: Der Mann mit den vorzüglichen Kurzgeschichten, der auf den Punkt bringt, wofür andere Romane brauchen. Diesmal resümiert er, was er nach 20 Jahren über seine Frau Olga weiß. Dass sie Handtaschen, Stricken, Katzen, Kochen, Grünpflanzen und Lesen liebt. Der Autor analysiert die Macken seiner Frau kritisch, aber immer mit Augenzwinkern und sehr liebevoll. Wie manche Russen eben zuweilen sind. Dieser mit Sicherheit!

Das sind 27 Erzählungen (max. 10 Seiten) im typisch trockenen und zugleich spritzigen Kaminerschen Humorstil, der einem wenigstens ein Lächeln abringt, aber im Normalfall höllisch laut los lachen lässt. Da schwellen Oberschenkel rot an. Die perfekte Medizin für missgelaunte Misanthropen. 

Einige Dinge, die ich über meine Frau weiß

von Wladimir Kaminer

Wunderraum Verlag

189 Seiten

100 Highlights Südamerika

Eigentlich hat Südamerika tausende Highlights zu bieten. Dich die Autoren beschränken sich halt auf die schönsten: Von Venezuela und Kolumbien im Norden, über Bolivien und Uruguay in der westlichen Mitte bis Argentinien und Chile im Süden; vom Rachen des Teufels bis zu den göttlichen Osterinseln. Ein Kontinent voller Naturwunder. Das belegen die prächtigen Farbfotos, aus denen man meint, das Rauschen der Wasserfälle und das Lachen der lebensfrohen Menschen zu hören. (Ein Reiseführer allerdings, keine sozialpolitische Analyse!)

Wenn der deutsche Reisejournalist und – buchautor Drouve an Südamerika denkt, möchte er am liebsten gleich wieder hin. Wer aber noch nie dort war und das Buch kennt, denkt: Wieso war ich eigentlich noch nie da?!

100 Highlights Südamerika

von Andreas Drouve (Hrsg.)

Bruckmann Verlag

320 Seiten

Der Fluch der Kartenlegerin

Weimar im Winter 1798. Christian Vulpius macht sich daran, Bestsellerautor zu werden, und mit riesigen Auflagen seinen künftigen Schwager Goethe in den Schatten zu stellen. Da bekommt er es mit einem Todesfall zu tun. Die Hebamme Josefina hat offenbar Selbstmord begangen. Aber Vulpius kommen Zweifel. Eine französische Kartenlegerin, die gerade durchs Land tingelt, hat verschiedene mysteriöse Todesfälle vorher gesagt. Josefina hat irgendetwas daran stutzig gemacht. Wenig später ist auch der Bruder der Geburtshelferin tot.

Ein solide recherchierter, atmosphärisch dichter und fantastisch fesselnder Historien-Krimi. Da schnuppert man den Duft des klassischen Weimars, begegnet Goethe und Schiller und freut sich, mittendrin zu stecken.

Der Fluch der Kartenlegerin

von Guido Dieckmann

Aufbau Taschenbuch Verlag

411 Seiten

Welterbe. Deutschlands lebendige Vergangenheit

Die großartigen 42 Welterbestätten in ganz Deutschland auf einen Blick. Hier werden Natur- und Kulturliebhaber ihr blaues Wunder erleben: Ein Prunkband mit bestechend schönen Bildern (insgesamt 200 Abbildungen) von Natur- und Parklandschaften, Kirchen, Klöstern, Schlössern und städtebaulichen Wunderwerken, die von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurden. (Viermal ist Sachsen-Anhalt vertreten!)

Beim Anschauen bleibt einem die Luft weg von all der Schönheit und man möchte vor Wonne in die Knie sinken! Ein überwältigendes Anschau- und Leseerlebnis, das große Lust macht, die Orte und Landschaften persönlich in Augenschein zu nehmen! Mit solchen Geschenken kann man Eindruck machen!

Welterbe. Deutschlands lebendige Vergangenheit

von Günther Bayerl und Florian Heine

Frederking & Thaler

320 Seiten

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

Ein besonderer Schneemann steht im Garten: Er bewegt sich, wie ein sprechendes Rotkehlchen feststellt. Ist halt ein Märchen. Da sprechen Tiere und Schneemänner begeben sich auf die Suche nach dem Weihnachtsmann, um ihm eine Freude zu bereiten. Doch als der Schneemann endlich ankommt, steht er mit leeren Händen vor dem Gesuchten, denn jedes Tier, das der Schneemann fragt, verlangt etwas für die Antwort...

Eine mitreißende, vergnügliche Weihnachtsgeschichte ohne erhobenem Zeigefinger. Wunderbar die großformatigen, detaillierten Illustrationen, die die Kinder hautnah dabei sein und mit dem kleinen Schneemann mitfühlen lassen, der seelenruhig und konsequent sein Ziel verfolgt. Am Ende lächeln alle Geschichtenlauscher übers ganze Gesicht!

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

von Thierry Dedieu (Text und Bild)

Aracari Verlag

64 Seiten

Für Kinder ab 4!

Stimme der Toten

Tatortreinigerin Judith Kepler macht ihren Job in einem großen Bankhaus. Dort ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Es sieht nach Selbstmord aus. Aber dann entdeckt Judith blutige Spuren, die die Polizei übersehen hat. Sie meldet das und prompt hat sie ein paar gewalttätige Typen an den Hacken. Die Frau gerät mitten in eine üble Verschwörung. Hacker haben es auf die Bank abgesehen. Und plötzlich hockt die Tatortreinigerin zwischen die Fronten verschiedener Geheimdienste und dem BKA. Und sie stößt auf ihre eigene Vergangenheit…

Die Herrmann versteht ihr Handwerk und spinnt einen Kokon aus Überraschungen und Spannung, in dem sie ihre LeserInnen gnadenlos festsitzen und nicht ein Quäntchen Raum zum Entkommen lässt. Im Gegenteil. Stück für Stück zieht sie das Netz noch enger zusammen.

Stimme der Toten

von Elisabeth Herrmann

Goldmann Verlag

540 Seiten

Grimms Morde

1821 wird in Kassel die ehemalige Mätresse des Landesfürsten brutal ermordet. Bei der Leiche findet die Polizei ein Zitat aus der Märchensammlung der Brüder Grimm. Die beiden couragierten Schwestern Jenny und Annette Droste-Hülshoff, letzte gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen, helfen den verdächtigen Grimms bei der Suche nach dem wahren Täter. Der nächste Mord lässt nicht lange auf sich warten und die  Frauen geraten selbst in Lebensgefahr…

Ein solide recherchierter historischer Kriminalroman, der gelungen zwischen Wahrheit und Fiktion wandelt, und uns mitten in eine grausame Mordserie führt, die für Gänsehaut sorgt. Das dauert ein bisschen, wird dann aber umso intensiver und umso mehr Freude hat man an den schweißtreibenden Entwirrungen.

Grimms Morde

von Tanja Kinkel

Droemer Verlag

472 Seiten

Tausend Teufel

Der zweite Fall für den Dresdner Oberkommissar Max Heller. 1947. Es ist eisig kalt. Die Stadt liegt in Trümmern. Die Menschen hungern. Zwei russische Offiziere werden kurz hintereinander tot aufgefunden, der eine ohne Kopf. Heller ermittelt, die Sowjets beobachten ihn mit größtem Argwohn und funken ständig dazwischen. Zumal eine Gruppe herunter gekommener, bewaffneter Waisenkinder die kleinen Händchen im Spiel hat und alte Nazis noch ihr Unwesen treiben…

Glaubwürdig, ergreifend und super spannend! Die Figuren leben und atmen und stöhnen. Man friert und zittert mit ihnen mit. Ein konsequenter, starker Ermittler, der sich von keinem rein reden lässt. Dieser Heller ist helle und ganz schnell Kult geworden! Seine Geschichten tragen Suchtcharakter!

Tausend Teufel

von Frank Goldammer

dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag)

365 Seiten

Winterschwimmer

Osang erzählt 14 Geschichten aus der Weihnachtszeit, allerdings weder besinnlich, noch festlich; statt um Lust geht’s um Frust, um Menschen, die unter Erfolgsdruck, Trennungsschmerz, Enttäuschungen und Zukunftsängsten leiden. Ein Immobilienmakler vergibt seine eigene Wohnung, um mit seiner Vergangenheit zu brechen; zwei Senioren fliehen aus dem Altenheim, um sich einen Traum zu erfüllen; ein Geschäftsführer verliert wegen eines verliehenen Jacketts seine Existenz…

Klug und berührend sind diese Erzählungen, aufrüttelnd und aufheiternd zugleich. Sprachlich-stilistisch eine wahre Freude. Sie regen zum Nachdenken an über das eigene Leben und all die Oberflächlichkeiten, die einen umgeben. Ein ideales Weihnachtspräsent! Vorm Verschenken sollte man es allerdings unbedingt selber lesen!

Winterschwimmer

von Alexander Osang

Aufbau Verlag

239 Seiten

Hundert Tage Amazonien

Die LeserINNEN begleiten den Autor durch den südamerikanischen Dschungel, durch faszinierende Landschaften voller Ursprünglichkeit und Schönheit und lernen auch die Nöte und Gefahren der einheimischen Völker kennen. Da wird einem ganz eng um den Hals und das Schlucken fällt schwer. Das ist so unmittelbar, als wäre man selbst vor Ort, könnte den Regen riechen und sehen, wie einzigartig er die Natur verzaubert. Eine Welt zum Staunen!

Die Fotos sind wunderschön und absolut eindrucksvoll. Sie stimmen einen froh und ängstlich ob der Vergänglichkeit. Die Texte sind sehr persönlich, fast intim; ein liebevolles und mahnendes Plädoyer, diesen lebenswichtigen Teil des Planeten zu schützen. Ein lohnendes Anschau- und Leseerlebnis!

Hundert Tage Amazonien

von York Hovest

National Geographic

220 Seiten