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Über 570 Buchtipps 
von Arno Udo Pfeiffer

Tausend Teufel

Der zweite Fall für den Dresdner Oberkommissar Max Heller. 1947. Es ist eisig kalt. Die Stadt liegt in Trümmern. Die Menschen hungern. Zwei russische Offiziere werden kurz hintereinander tot aufgefunden, der eine ohne Kopf. Heller ermittelt, die Sowjets beobachten ihn mit größtem Argwohn und funken ständig dazwischen. Zumal eine Gruppe herunter gekommener, bewaffneter Waisenkinder die kleinen Händchen im Spiel hat und alte Nazis noch ihr Unwesen treiben…

Glaubwürdig, ergreifend und super spannend! Die Figuren leben und atmen und stöhnen. Man friert und zittert mit ihnen mit. Ein konsequenter, starker Ermittler, der sich von keinem rein reden lässt. Dieser Heller ist helle und ganz schnell Kult geworden! Seine Geschichten tragen Suchtcharakter!

Tausend Teufel

von Frank Goldammer

dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag)

365 Seiten

Winterschwimmer

Osang erzählt 14 Geschichten aus der Weihnachtszeit, allerdings weder besinnlich, noch festlich; statt um Lust geht’s um Frust, um Menschen, die unter Erfolgsdruck, Trennungsschmerz, Enttäuschungen und Zukunftsängsten leiden. Ein Immobilienmakler vergibt seine eigene Wohnung, um mit seiner Vergangenheit zu brechen; zwei Senioren fliehen aus dem Altenheim, um sich einen Traum zu erfüllen; ein Geschäftsführer verliert wegen eines verliehenen Jacketts seine Existenz…

Klug und berührend sind diese Erzählungen, aufrüttelnd und aufheiternd zugleich. Sprachlich-stilistisch eine wahre Freude. Sie regen zum Nachdenken an über das eigene Leben und all die Oberflächlichkeiten, die einen umgeben. Ein ideales Weihnachtspräsent! Vorm Verschenken sollte man es allerdings unbedingt selber lesen!

Winterschwimmer

von Alexander Osang

Aufbau Verlag

239 Seiten

Hundert Tage Amazonien

Die LeserINNEN begleiten den Autor durch den südamerikanischen Dschungel, durch faszinierende Landschaften voller Ursprünglichkeit und Schönheit und lernen auch die Nöte und Gefahren der einheimischen Völker kennen. Da wird einem ganz eng um den Hals und das Schlucken fällt schwer. Das ist so unmittelbar, als wäre man selbst vor Ort, könnte den Regen riechen und sehen, wie einzigartig er die Natur verzaubert. Eine Welt zum Staunen!

Die Fotos sind wunderschön und absolut eindrucksvoll. Sie stimmen einen froh und ängstlich ob der Vergänglichkeit. Die Texte sind sehr persönlich, fast intim; ein liebevolles und mahnendes Plädoyer, diesen lebenswichtigen Teil des Planeten zu schützen. Ein lohnendes Anschau- und Leseerlebnis!

Hundert Tage Amazonien

von York Hovest

National Geographic

220 Seiten

Das Glück des Zauberers

Pahroc gehört zu den großen Magiern seiner Zeit: Er meistert sein Leben in verschiedenen Berufen, kann fliegen, durch Wände gehen, sich in Stahl verwandeln und Geld herbei zaubern. Er ist begeistert, als er diese wunderbaren Fähigkeiten auch bei seiner kleinen Enkelin Mathilda zu entdecken glaubt. Er schreibt ihr Briefe, die sie erst als Erwachsene bekommen soll: Darin erteilt der Hundertjährige Ratschläge fürs Zaubern und erzählt aus seinem Leben im turbulenten 20. Jahrhundert mit all seinen Höhen und Tiefen, mit der Zerstörung und dem Wiederaufbau.

Das ist bewegend, humorvoll und sehr gesellschaftskritisch. Man lauscht fasziniert Nadolnys Mahnungen. Ein zauberhaftes Buch voller Zuversicht und Gefühl. Hier entdeckt man wieder die wahre Größe des magischen Erzählers.

Das Glück des Zauberers

von Sten Nadolny

Piper Verlag

316 Seiten

Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen

Der kleine Tom wird mitten in der Nacht von einem unheimlichen Geräusch geweckt. Er hat Angst. Er läuft zum Papa und der erfährt, dass das kleine Geräusch zu einem monströsen Bangemacher „mit ohne Arme und Beine“ anwächst. Doch Papa hat einen cleveren Tipp für Tom!

Eine feinfühlige Vorlesegeschichte für kleine Zuhörer, die gemeinsam mit Tom durch das nächtliche Haus wandeln und lernen, wie man solcheGespenster  vertreibt! John Irvings Kindergeschichte, die Teil eines seiner Romane war, nimmt kleine Angsthasen sanft an die Hand und macht ihnen großen Mut. Mit atmosphärischen Illustrationen von T. Hauptmann, die allerhand entdecken lassen.

Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen

von John Irving (Illustrationen: Tatjana Hauptmann)

Diogenes Verlag

36 Seiten

Blutebbe

Auf einem Geisterboot im Watt werden zwei schrecklich entstellte Frauenleichen gefunden. Der Mörder hat eine geheimnisvolle Rune hinterlassen. Handelt es sich um einen Ritualmord? Das Ermittler-Duo Knut Jansen und Helen Hennig stößt bei der Untersuchung auf einen alten Todesfall, in dem Knut Jansens Vater einst ergebnislos ermittelte. Hat der Täter seitdem unbemerkt sein Unwesen getrieben? Bald werden die Ermittler selbst zu Gejagten…

Sensibelchen könnte es schon mal den Magen umdrehen. Meister treibt seine Geschichte hemmungslos voran und seine LeserINNen durchs Buch. Dabei kitzelt er entsprechend gnadenlos die Nerven, dass sich Nackenhaare mitunter vor Grauen kräuseln. Ideale Lektüre für die kalte Jahreszeit, denn beim Lesen wird einem heiß!

Blutebbe

von Derek Meister

Blanvalet Verlag

396 Seiten

Die Räuberbraut

1800 lernt die 19-jährige Bänkelsängerin Juliana Blasius den Räuber Johannes Bückler kennen, der als Schinderhannes bekannt und schon zu Lebzeiten eine Legende ist. Das arme Mädchen verliebt sich in den charmanten, wortgewandten, vermeintlichen Robin Hood vom Hunsrück und muss zunehmend erkennen, was sie anfangs nicht wahr haben will: Ihre große Liebe ist ein rücksichtsloser, feiger Verbrecher und brutaler Mörder.

Der Roman beruht auf Fakten und solide Recherchen und zeigt den Räuber und seine Braut sehr menschlich und äußerstlebendig. Man kann sie fast atmen hören. Nach und nach bohrt sich die Autorin in die Tiefe und Abgründe der Seele und hinterlässt ein packendes Porträt und eine berührende, mitreißende Geschichte.

Die Räuberbraut

von Astrid Fritz

Wunderlich Verlag

495 Seiten

Und Marx stand still in Darwins Garten

Sie haben versucht, die Welt zu verändern. Ihre Hauptwerke sind geschrieben. Nun haben nicht mehr lange zu leben: Der Kapitalismuskritiker Karl Marx und Charles Darwin, der nicht als „Gottesmörder“ in die Geschichte eingehen will. Beide blicken auf ihr Leben zurück, sind krank und mürrisch und von Selbstzweifel geplagt. In Wirklichkeit sind sie sich nie begegnet; im Roman schon.

Mit feinem Faden spinnt die Autorin sprachlich brillant eine Geschichte, in der sie den historischen Persönlichkeiten pralles Leben einhaucht, unbekannte Seiten beleuchtet und sie durch einen Trick aufeinanderstoßen lässt. Das ist manchmal langatmig, aber überwiegend kurzweilige, solide und anspruchsvolle Unterhaltung, die Vergnügen bereitet.  

Und Marx stand still in Darwins Garten

von Ilona Jerger

Ullstein Verlag

285 Seiten

Endzeit

Berlin 1945. Der jüdische, ehemalige Kommissar der Mordkommission Richard Oppenheim und seiner Frau Lisa verstecken sich vor den Nazis. Die Russen rücken näher. In ihrem Keller bekommen die beiden einen Mitbewohner, der einen rätselhaften Koffer bei sich hat. Die Russen und einige andere sind an ihm sehr interessiert. Die Ereignisse überstürzen sich, es bleibt ein Chaos. Lisa wird vergewaltigt; Richard schwört Rache und stößt auf lauter Lügen und üble Intrigen...

Wieder ist Gilbers eine überzeugende und packende Geschichte gelungen, die einen ergreift und frösteln macht; hervorragend recherchiert, mitreißend geschrieben, verzichtet der Autor auf verlockende Klischees. Auch der dritte Band um Kommissar Oppenheim verspricht und hält - ein großartiges Lesevergnügen.

Endzeit

von Harald Gilbers

Knaur Taschenbuch

554 Seiten

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl muss zum ersten Mal zu einem wichtigen Scharfrichtertreffen nach München. Die gesamte Familie begleitet ihn, denn die Verwandten sollen traditionsgemäß dem Rat vorgestellt werden. Da wird wieder eine tote, junge Frau gefunden. Der Verdacht in dieser Mordserie fällt auf einen brutalen, erfahrenen Henker. Kuisl muss schnell handeln, denn eine seiner Töchter könnte das nächste Opfer sein…

Es ist der siebente Roman um die Henkersfamilie Kuisl, deren Nachfahre der Autor ist. Und Pötzsch zeigt einen langen Atem. Wiederum spinnt er verschiedene Fäden zu einem festen Geflecht, das die LeserInnen bis zum Schluss fest umgarnt und erst dann die absolute Überraschung offenbart.

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

von Oliver Pötzsch

Ullstein Taschenbuch

664 Seiten

Ich bin Brian Wilson

Der Gründer und Kopf der Beach Boys, Brian Wilson, legt eine Art intime Beichte ab. Er berichtet (in seiner zweiten Biografie) über seine schweren psychischen und früheren Drogenprobleme; über sein vielfach dröges Leben, über Beziehungen zu seinen Brüdern und dem Cousin und über seine großen Erfolge, bei denen ständig Ängste seine Begleiter waren. Zuweilen stehen einem heftig die Haare zu Berge, wie Weltstar Wilson sich jahrelang von seinem Psychiater terrorisieren und abzocken  ließ.

Das ist erbarmungslos ehrlich und sehr ergreifend; nicht chronologisch, sondern sprunghaft erzählt. Man wundert sich zuweilen, wie „Chaot“ Wilson solche eingängig-harmonischen Welthits wie „Wouldn’t It Be Nice“ oder „Good Vibrations“ zustande brachte. Muss man als „Beat-Fan“ gelesen haben!

Ich bin Brian Wilson

von Brian Wilson (mit Ben Greenman)

Eichborn Verlag

351 Seiten

Denunziation

Sieben Geschichten, die den Alltag in Nordkorea kritisch beleuchten: Da ist der Bauer, der seine sterbende Mutter nicht besuchen darf, weil ihm die offizielle Reisegenehmigung fehlt. Da ist die Mutter, die ihren übersensiblen Sohn vor den gewaltigen, bedrohlich wirkenden Porträts des „geliebten Führers“ beschützt, was verheerende Folgen hat - in einem Land, in dem Angst, Gleichmacherei, Mitläufertum, Denunziationen und unverhältnismäßige Strafen das Leben bestimmen.

Erdrückend, wie es den Menschen gelingt, sich in der ständigen Überwachung gewisse Freiräume zu schaffen. Das erinnert zumindest ansatzweise an die eigene Vergangenheit, die dagegen fast harmlos wirkt. Erleichternd ist der Umstand, dass man es hinter sich hat. Schlicht erzählt, mit humorvollen Nuancen. Sehr lesenswert!

Denunziation

von Bandi

Piper Verlag

221 Seiten

Am Tag, als Frank Z. in den Grünen Baum kam

Sommer 1969. Im DorfRandstetten sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Ausgerechnet vor der Dorfkneipe hat der amerikanische Musiker und Hippie Frank Z.  mit seinem „Käfer“ eine Panne. Die 17-jährige Ev verliebt sich prompt in den Sommergast - ebenso wie ihre Mutter. Der Mann aus L.A. bringt das Nest, um das die „Swingin‘ Sixties“ bisher einen großen Bogen gemacht haben, gehörig durcheinander. Bald ist nichts mehr, wie es war…

Ein Dorf im Umbruch. Ein melancholischer Blick zurück, um zuversichtlich nach vorn zu schauen. Eine großartige, stimmungsvolle Geschichte, die von Anfang an mitreißt und mitten ins Geschehen zieht. Da klingt der Sound der 1960er in den Ohren; da sitzt der Kneipenduft von Bier und Rauch und von „4711“ in der Nase.

Am Tag, als Frank Z. in den Grünen Baum kam

von Britta Boerdner

Frankfurter Verlagsanstalt

349 Seiten

Paul McCartney

Unlängst feierte Ex-Beatle Paul McCartney seinen 75. Geburtstag. Grund für den Autor, auf das geniale Schaffen eines widersprüchlichen Weltstars zurückzublicken. Zumal er „Macca“ einst in einer anderen Biografie in düsterem Licht erscheinen ließ. Jetzt gewinnt man stellenweise den Eindruck, er will das alles wieder wett machen. Auf jeden Fall hat keiner die Trennung der „Fab Four“ und die Nach-Beatles-Ära so gründlich beleuchtet und neue, interessante Fakten zusammen getragen - ohne McCartney selbst zu befragen. Deswegen ist wohl dessen Augenfarbe auch dreimal falsch beschrieben!

Ein dicker Wälzer, den man lesen muss, wenn man Beatles-Fan ist! Eine fundierte, feinfühlige und kritische Sicht auf einen der kreativsten Köpfe der Pop-Musik-Geschichte mit all seinen Höhen und Tiefen.

Paul McCartney

von Philip Norman

Piper Verlag

973 Seiten

Schwarzes Wasser

Im Garten einer Amsterdamer Villa wird ein weiblicher Schädel gefunden. Neun weitere abgeschnittene Köpfe von Frauen werden zu Tage befördert. Alle sind auf eine besondere Weise bestattet wurden. Offenbar war ein psychopathischer Serienkiller am Werk. Kommissarin Maud Mertens bekommt Unterstützung von der Kriminalistikstudentin Kyra. Ihre Schwester ist vor ein paar Jahren ganz in der Nähe verschwunden. Gehört sie zu den Toten? Lauert der Mörder auf die nächsten Opfer? Die Spur führt in höchste Kreise…

Ein gut geschriebener, temporeicher und fesselnder Krimi, der immer wieder mit überraschenden Wendungen aufwartet und reichlich für Schweißperlen auf der Stirn sorgt. Lohnende Sommerlektüre, die man am besten bei einer kühlen Brise am Strand liest!

Schwarzes Wasser

von Isa Maron

DuMont Buchverlag

413 Seiten

Cyrus Doyle und der herzlose Tod

Nach vielen Jahren bei der Londoner Polizei übernimmt Inspektor Doyle einen Posten auf seine Heimatinsel Guernsey. Sein Vorgänger wurde auf makabere Weise ermordet: Man schoss ihm einen Pfeil in den Hals und schnitt ihm das Herz aus der Brust. Ein weiterer Polizist wird derart getötet. Ist da jemand auf einem Rachefeldzug? Schließlich gerät Doyle selbst ins Visier des Mörders. Der clevere Ermittler schaut weit in die Vergangenheit zurück und tief in menschliche Abgründe…

Ein packender, lebendiger und bildreicher Krimi, der den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht erhält. Auch eine Liebeserklärung an die Kanalinsel, die große Lust auf einen Urlaub dort macht. Am besten man nimmt das Buch mit. Das ist nämlich ein idealer Reiseführer.

Cyrus Doyle und der herzlose Tod

von Jan Lucas

Aufbau Taschenbuch

364 Seiten

Küstenstrich

Ein Adliger erhält mehrere Drohungen, die detailliert seinen Tod ankündigen. Der smarte und clevere Bodyguard Nicolas Guerlain soll den Mann beschützen, der zwielichtige Kontakte bis in höchste Kreise hat. Der Auftrag führt Guerlain in die Normandie, an die er schmerzhafte Erinnerungen hat. Auf dem Weg dorthin stößt er auf eine Leiche und bald folgt eine nächste. Die Spur führt ihn in seine Vergangenheit sowie  in ein Lager für afghanische Flüchtlinge, die von einem besseren Leben träumen. Sieben Mädchen verschwinden spurlos. Und Guerlains Auftraggeber scheint in die Sache verstrickt zu sein…

Eine sehr aktuelle und brisante Geschichte. Sprachlich fein geschliffen. Dramatisch und bewegend. Ein rasanter Plot mit überraschenden Wendungen in einer malerischen, coolen Kulisse.

Küstenstrich

von Benjamin Cors

dtv (Deutscher Taschenbuchverlag)

382 Seiten

Fest der Finsternis

1805. Der einst erfolgreiche Polizeiinspektor Marais wird zurück nach Paris beordert, um den brutalen Mord an einer blutjungen Frau aufzuklären, die verstümmelt in die Seine geworfen wurde. Marais kommt einem Serienmörder auf die Schliche und benötigt dringend die Hilfe eines „Fachmanns“, des berühmt-berüchtigten Sadisten Marquis de Sade, der in einem Irrenhaus lebt. Die beiden ermitteln und werden Opfer einer üblen Intrige…

Ein Thriller, so düster ist wie eine mondlose Nacht und so packend wie die zittrigen Hände eines Perverslings. Das schmutzige Paris der napoleonischen Zeit wird lebendig, als wate man selbst durch den Dreck. Mitreißend und meisterlich. Ein tiefer Blick in menschliche Abgründe. Eine schwarze Perle der Kriminalliteratur!  

Fest der Finsternis

von Ulf Torreck

Heyne Verlag

669 Seiten

Der zweite Reiter

Wien kurz nach dem ersten Weltkrieg. Die Bevölkerung leidet, nur skrupellose Schwarzmarkthändler leben in Saus und Braus. Inspektor Emmerich, der selbst unter Kriegsfolgen leidet, ist einem auf den Fersen, als er über eine Leiche stolpert. Offenbar Selbstmord. Der misstrauische Polizist recherchiert weiter und stößt auf eine nächste inszenierte Selbsttötung. Der eigenwillige Emmerich gerät bald selbst unter Verdacht und schließlich in Lebensgefahr...

Eine derart spannungsgeladene Geschichte, dass einem zuweilen die Luft wegbleibt. Flott und gut geschrieben, sehr stimmig und atmosphärisch. Das schöne Wien von einer düsteren Seite. Beim Lesen klingt irgendwie immer die Zithermelodie aus dem Film-Klassiker „Der dritte Mann“ mit. „Der zweite Reiter“ ist auf jeden Fall erste Krimi-Wahl!

Der zweite Reiter

von Alex Beer

Limes Verlag

382 Seiten

Bullenbrüder

Holger und Charlie sind Brüder, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Der eine ist ein penibler, spießiger Kommissar; der andere ein egoistischer Lebenskünstler und Privatdetektiv mit Beziehungen zur Unterwelt, der Katastrophen magisch anzieht. Als ein Drogendealer mit einem Koffer Kokain ermordet aufgefunden wird, müssen die beiden wohl oder übel zusammen arbeiten und haben den brutalen Partner des Toten an den Hacken, der auf Rache sinnt…  

Ein Mordfall zwischen Drama und Comedy. Die fesselnden Momente kommen ebenso wenig zu kurz wie die befreienden Schenkelklopfer. Skurrile Figuren und Situationen in einem originellen, gnadenlos witzigen Krimi. Die Autoren der drolligen „Erdmännchen-Schnüffler“ kennen sich in dem Genre bestens aus.

Bullenbrüder

von Rath & Rai

Wunderlich Verlag

318 Seiten